Aktuelle Informationen aus Tandala
„Karibuni Udiakonia katika Tandala“.
Herzlich Willkommen in der diakonischen Arbeit in Tandala/Tansania.
Sie erwartet ein spannendes soziales Projekt. Wir möchten Sie gewinnen für unsere Arbeit. Als Jemanden, der hinschaut und uns Afrikaner verstehen möchte. Als Jemanden, der mit uns gemeinsam soziale Fragen unserer beiden Gesellschaften bedenkt. Als Jemanden, der unsere Arbeit in seinen Gebeten an Gott mit nennt. Als Jemanden, der teilen möchte und noch nicht genau weiß mit wem.
Wir möchten gern mit Ihnen Brücken bauen auf denen wir Austausch und Ermutigung und Stärkung erfahren.
Tandala liegt knapp tausend Kilometer südwestlich von Dar es Salaam in den Livingstonebergen nördlich des Njasasees in 1500 m Höhe.
Wir leben mit einer wunderbaren artenreichen Natur. Gott schenkt uns gute Regenzeiten und dadurch gute Ernten. So müssen wir keinen Hunger leiden. Die Orte in den Bergen müssen ohne Stromversorgung, ohne Telefonleitung auskommen. Alle Infrastruktur wie Post, Tankstellen, Einkaufsmöglichkeiten liegen im 60 km entfernten Njombe. Unsere Orte erreichen wir auf schlechten Straßen nur mit dem Jeep. Aber, es ist unglaublich schön bei uns. Wir gehören hier alle dem Volk der Kinga an. Eines von über 120 tansanischen Völkern mit eigener Sprache und Kultur.
Das Diakoniezentrum Tandala ist ein eigenständiger Arbeitsbereich der Südzentraldiözese der Evangelisch – Lutherischen Kirche in Tansania.
Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in 47 kleinen Städten und Dörfern unserer Region Bildungswege zu eröffnen.
In den Dörfern haben wir Diakoniearbeitskreise gegründet, die aus 4 – 6 Personen bestehen.
Diese ehrenamtlichen Mitarbeiter besuchen die Menschen und erkundigen sich nach deren sozialen Lagen.
Wenn eine Notlage erkannt wird, z.B. ein Kind mit geistiger oder körperlicher
Behinderung oder Waisenkinder, deren Eltern an AIDS gestorben sind, werden wir Diakone eingeschaltet.
Wir Diakone führen eine intensive Anamnese durch und erarbeiten mit den Eltern oder Angehörigen, Möglichkeiten der Förderung der Kinder.
Zwei große Probleme haben wir in diesem Zusammenhang zu bewältigen:
- in vielen Familien wird eine Behinderung als Strafe Gottes angesehen. Das heißt, man versteckt das behinderte Kind, fördert es nicht, grenzt es aus. Das schlechte Gewissen tabuisiert die Behinderung.
- Die Familien können sich Schulbildung kaum leisten. Da Kinder mit Behinderungen natürlich in Internaten weit weg in anderen Regionen, in den Städten Tansanias in eine Schule gehen müssen, bleibt das für deren Familien unerschwinglich.
Wir haben also ein religiöses und ein ökonomisches Problem zu lösen.
Die religiöse Frage gehen wir mit dem Evangelium von Jesus Christus an:
Jeder Mensch ist ein geliebter Mensch Gottes, ein Ebenbild Gottes. Und Gott hat allen Menschen die Möglichkeit geschaffen aus seinen Begabungen zu schöpfen, kreativ zu sein, sich fördern zu lassen, entsprechende Bildung zu erhalten.
Immer mehr Familien brechen die Tabus und lassen die Kinder in Internatsschulen gehen.
Das ökonomische Problem können wir nur mit Freuden aus Übersee schultern. Jede Kirchengemeinde unserer Diözese spendet in jedem Gottesdienst für unsere diakonische Arbeit. Aber dieses Geld reicht leider nicht. Wir sind angewiesen auf Spenden aus Europa.
Das Ziel unserer Arbeit ist:
Durch unser helfendes Handeln, durch die Verbesserung der Lebenslagen der Menschen, durch die Förderung von Hilfe zur Selbsthilfe wollen wir die frohe Botschaft unseres Herrn Jesus Christus unter unser Volk bringen. So wie Jesus Menschen aufgerichtet hat, wollen wir hilfreich sein, dass sich Menschen aufrichten können.
Mein Name ist Elikana Kitahenga.
Von 1985 bis 1989 habe ich in der Evangelischen Stiftung Neinstedter Anstalten den Beruf des Diakons erlernt. Bevor ich von meiner Kirche nach Deutschland delegiert wurde, war ich Religionslehrer. Heute leite ich das Diakonische Werk unserer Kirche. Konzeptionelle Weiterentwicklung unserer Hilfeangebote, Schulung der ehrenamtlichen Mitarbeiter und die Aquirierung finanzieller Mittel sind meine wichtigsten Aufgaben.
Mein Name ist Sedekia Luvanda.
Gemeinsam mit Kitahenga war ich in Neinstedt zur Diakonenausbildung. Heute bin ich verantwortlich für die Organisationsabläufe im Diakoniezentrum Tandala. Dazu gehört die Organisation der Seminare für Menschen mit Behinderungen oder für die ehrenamtlichen Mitarbeiter. Eine Tischlerei und einen Hühnerstall bewirtschaften wir mit dem Ziel, eigene Einnahmen zu erzielen.
Ich bin der Jüngste im Team: Faraja Mlelwa.
Meine Diakonausbildung hat in Tansania stattgefunden. Die theologische Ausbildung habe ich in der Kilimansharo Region erhalten. Ein sozialpädagogisches Fachstudium absolvierte ich in Dar es Salaam. Ich bin dankbar, dass die Brüder und Schwestern aus Neinstedt mir diese Ausbildung ermöglichten. Im Juni 2006 bin ich zum Diakon in Ludewa eingesegnet worden. Heute entwickle ich diakonische Angebote in einer sehr abgelegenen Bergregion unserer Kirche. Wir erweitern damit unser Angebot regional.
Insgesamt hat unsere Abteilung 21 Mitarbeiter, die in Verwaltung, Küche, Handwerksbetrieb und im Kinderheim arbeiten.
Die Diakonische Arbeit im Diakoniezentrum Tandala hat folgende Arbeitsschwerpunkte:
Das Schulprogramm für Kinder mit Behinderungen und für Waisenkinder:
Wir bringen die Kinder mit Jeep bis in 800 km entfernte Schulen und holen sie in den Ferien wieder nach Hause. Dieses Angebot müssen wir komplett mit An – und Abreise finanzieren.
Der Besuchs- und Seelsorgedienst in Familien mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen:
Die Angehörigen sind es nicht gewohnt, dass ihre Kinder wochenlang und weit weg sind. Das braucht Begleitung.
handwerkliche Seminare für Erwachsene mit Behinderungen:
Hier können Menschen handwerkliche Fähigkeiten erwerben, mit denen sie dann in ihren Dörfern ein wenig Geld verdienen können
(Nähen, Körbe flechten, Stoffe färben, Tischlern)
orthopädisches Hilfesprogramm:
Wir organisieren Ärzte und orthopädische Materialien für Menschen mit Körperbehinderungen für nötige Operationen. Die Ärzte finanziert der Staat. Die Finanzmittel für Materialien der Operationen oder für Gehhilfen ist unsere Aufgabe.
Fort – und Weiterbildungsangebote:
Wir müssen unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter ständig schulen. So werden sie zu qualifizierten Mitarbeitern mit wissenschaftlichem Hintergrundwissen. Außerdem sind wir immer wieder auf der Suche nach begabten jungen Menschen, die in den sozialdiakonischen Berufen ausgebildet werden können. Dabei hilft uns auch Brot für die Welt sehr. Im Moment bilden wir einen jungen Mann als Betriebswirt aus, zwei junge Männer als Diakone und zwei junge Frauen als Erzieherinnen.
AIDS – das Thema, das unseren Lebensalltag überschattet:
Viele Familien sind betroffen. Es sind viele sogenannte Kinderfamilien entstanden. Das heißt: eine Familie besteht aus größeren und kleinen Kindern, die für sich selbst sorgen. Diese Familien brauchen besondere Unterstützung. Für uns heißt das: begleitende Angebote und das Schulprogramm für Waisenkinder.
Wir drei sind Mitglieder der Diakonischen Gemeinschaft der Brüder und Schwestern des Lindenhofs Neinstedt. Wir sind drei Menschen von insgesamt 234, die in den verschiedenen missionarisch – diakonischen Arbeitsfeldern in Deutschland, in Rumänien, in Österreich und eben auch in Tansania arbeiten. Wir sind sehr glücklich über den kollegialen Austausch, über die geistliche Gemeinschaft und den ökonomischen Halt in unserer Gemeinschaft.
Wenn Sie unsere Arbeit im Diakoniezentrum Tandala unterstützen möchten, dann können Sie das. Wir drei Diakone versichern Ihnen, dass Ihr gespendetes Geld in der Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen und den ehrenamtlichen Mitarbeitern ankommt. Wir möchten Ihnen einige Ausgaben nennen:
- Im Augenblick betreuen wir in unserem Schulprogramm 170 Kinder mit Behinderungen oder Waisen. Ein Grundschulplatz kostet uns € 16 pro Monat. Ein Sekundarschulplatz € 36 pro Monat. Jeweils inklusive Schule, Schulmaterialien und Schuluniform, Internat mit Vollverpflegung und Fahrtkosten von den Heimatdörfern an die Schulstandorte und zurück.
- Wir sind 21 Mitarbeiter in der Diakonischen Abteilung. Im Büro und in einer kleinen Verkaufsstelle, in der Küche und als Anleiter bei der handwerklichen Ausbildung, als Nachtwächter, dass uns nichts gestohlen wird, als Erzieher in einem kleinen Kinderheim. Für diese Mannschaft brauchen wir € 1200 pro Monat.
- Ein handwerkliches Trainingsseminar für Erwachsene mit Behinderungen bei dem bis zu 15 Personen teilnehmen können und das ca. 4 Wochen dauert kostet inklusive Seminaranleitung, Unterkunft und Vollverpflegung € 1000.
- Durch Spenden aus Europa haben wir zwei große Mitsubishi Jeeps zur Verfügung. Dafür brauchen wir jedes Jahr einen Satz Reifen und Geld für Benzin.
Jeder Spender erhält zwei mal im Jahr einen Brief mit den neuesten Nachrichten aus Tandala. Sie erhalten eine Spendenquittung, die Sie bei Ihrem Finanzamt steuerlich geltend machen können.
Wir sagen in Tansania „Asante sana“ Vielen Dank, Ihre
Elikana Kitahenga Sedekia Luvanda Feraja Mlelwa
Spendenkonto:
Pro Tandala
Harzsparkasse BLZ: 81052000
Kontonummer: 353010723